Konsequent für Frieden und soziale Gerechtigkeit
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Newsletter Inge Höger November '11 als pdf Datei
Die Bundeswehr zieht ab - leider nicht überall: Ostwestfalen hat schon gute Erfahrungen mit der Umwandlung militärischer Einrichtungen
INHALT
- Sie reden von Frieden, sie führen Krieg - Truppen raus aus Afghanistan!
- Inge Höger: Konsequent gegen Streumunition
- Rüstungsatlas online: Die Adressen der Kriegsprofiteure
- Reform der Pflegeversicherung? Bislang nur vollmundige Makulatur!
- Kinderarmut im Kreis Herford
- DIE LINKE für vollständige Rekommunalisierung der Stromnetze
Hans-Werner Elbracht
Industriestr. 3
33803 Steinhagen/Westf.
E-Mail: hwelbracht@dielinke-ostwestfalen.de
Skype: hwelbracht • Tel. 05204 5711
Mit einem Großaufgebot demonstrierten die Gegner eines Nationalparkes Teutoburger Wald letzten Samstag ihren Unmut. Doch wo kommt dieser Unmut her? Die Antwort ist so naheliegend wie profan: Durch das Schüren größtenteils unbegründeter Ängste wurde den Bürgern eingebläut, sie wären in einem künftigen Nationalpark unerwünscht.
Dies geschah zum Beispiel durch eine Zeitungsanziege der ''Stiftung lippische Landschaft: Unter einem traurig guckenden Mädchen prangt der Schriftzug: ''Warum darf ich da nicht rein?''
Die Sachgrundlage für diese Aussage fehlt. Ein Nationalpark soll grundsätzlich auch dem Naturerlebnis und der naturkundlichen Bildung der Bürger dienen. Selbstverständlich geschieht dies dann auch mit Hinblick auf die Erfüllung der Schutzfunktion:
''Soweit es der Schutzzweck erlaubt, sollen Nationalparke auch der wissenschaftlichen Umweltbeobachtung, der naturkundlichen Bildung und dem Naturerlebnis der Bevölkerung dienen.'' (Zitat: BfN)
Im Teutoburger Wald sind bereits vielfach Naturschutzgebiete ausgewisen, in denen man schon jetzt die Wege nicht mehr verlassen darf. Es kommen auch keine Arten mit besonders großem Ruhebedürnis vor, die eine wesentliche weitere Einschränkung des Wegenetzes erforderlich machen würden.
Zudem gibt es in Nationalparks mehrere Schutzzonen.
In Deutschlands größtem Nationalpark ''Niedersächsisches Wattenmeer'' darf trotz des Nationalparkstatus auf den Wegen in den Dünenlandschaften der Inseln und im Watt gewandert werden. Zusätzlich gibt es dort Zonen, in denen tatsächlich ein Betretungsverbot besteht zum Schutz der dortigen Vogelkolonien vor zu viel Stress - das hautnahe Erleben des Wattenmeers ist dadurch trotzdem nicht eingeschränkt.
Und genauso soll es auch im Teutoburger Wald nicht eingeschränkt werden - es soll lediglich Kerngebiete geben, in denen die Natur ihre Ruhe haben soll.
Und wer sagt jetzt, dass zum Erleben der Natur und für das Naturerleben des Nationalparkes jeder Quadratmeter betretbar sein muss? Was ja auch schon heute nicht der Fall ist ...
Auch wird gerne mit angeblicher Steuergeldverschwendung argumentiert. Dabei hat die Bundesregierung sich bereits verpflichtet, 5% ihrer Wälder aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen, damit sich auf 2% der Fläche der Bundesrepublik die Natur ungestört entwickeln kann. Steuergelder werden hierfür also ohnehin investiert, die Frage ist nur, welche Region an der Aufwertung von ursprünglichen Naturlandschaften partizipieren wird und davon profitieren kann.
(vgl.Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, Broschüre des Bundesamtes für Naturschutz, S.28, tinyurl.com/6wlcgq3).
Weiter wird behauptet, ein Stück lippischer Kultur und Identität würde mit dem Nationalpark verschwinden (Wortlaut: ''verschachert''). Identifizieren sich die LipperInnen denn wirklich damit, dass durch forstwirtschaftliche Nutzung des Teutoburger Waldes Brennholz und Holz aus dem Wald zur Weiterverarbeitung durch die Industrie herausgeholt wird? Oder stellt dies wirklich einen kulturellen Wert dar?
Liegen der kulturelle Wert und das identitätssftiftende Moment des Teutoburger Waldes nicht viel mehr in seiner einzigartigen Naturlandschaft und in ebenso naturgeschichtlichen wie auch historischen Zeugnissen wie den Externsteinen begründet? Nichts von dem soll verschwinden, nur die Natur um diese Werte herum soll sich auf lange Sicht wieder natürlich, vom Menschen unbeeinflusst entwickeln können.
Man sieht: Viele Aussagen der Nationalparkgegner sind vor allem eins: Schall und Rauch; ohne Substanz.
Als nicht nur sozial sondern auch ökologisch orientierte Partei hat sich DIE LINKE. LIPPE daher am vergangenen Samstag zusammen mit den Grünen und dem NABU entlang der Dmonstrationsroute der Nationalparkgegner klar positioniert:
Für einen Nationalpark Teutoburger Wald!
→ Mehr Infos vom Bundesamt für Naturschutz zur Thematik hier